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…Sabrina Verna (40), Veranstalterin von «Der lange Tisch»
«Mit Schwulen und Lesben ist es lustiger, farbiger und hat mehr Esprit.»
Der lange Tisch ist entstanden bei einem Gespräch zwischen einem Idealisten und mir: «Ich träume von einem weiss gedeckten Tisch, von einem ehrlichen Essen. Liebevoll zubereitet, nichts «etepetete», ein Teller Pasta, ein Glas Wein, Hauptsache, die Menschen reden miteinander, tauschen aus», sagte er, «und weißt du was, ich kann mir keine bessere Gastgeberin vorstellen als dich: eine temperamentvolle Köchin mit grossem Herz. Ach, bei dir fühlen sich die Leute auf Anhieb wohl.»
Gesagt, getan, und der erste lange Tisch wurde in Angriff genommen: Na ja, viele Anmeldungen gab es nicht, aber es gelang mir trotzdem, die fremden Gäste gemeinsam einen schönen, friedlichen, lustigen und geselligen Abend verbringen zu lassen.
Seither sind vier Jahre vergangen und der lange Tisch hat sich zu einem beliebten Treffpunkt für Feinschmeckerinnen und Freunde der Geselligkeit entwickelt. Die Gäste schätzen es, im Ausgang nicht von lauter Musik umgeben zu sein; sie sind aber nicht in einem Restaurant, sondern an einem Tisch mit sympathischen Gästen, fremden und bekannten, Singles und Paaren, Lesben und Schwulen und Heteros wie an einem grossen ausgelassenen Familienfest. «Es ist die neue Art des Ausgehens», attestieren Discomuffel, sie können mit einer CD oder ihrem MP3-Player Musik abspielen und anfangen zu tanzen, wenn ihnen danach ist.
Ist der lange Tisch eigentlich ein Tisch für Lesben und Schwule? Ja, auch, es ist ein Tisch für Menschen aller Art eben, früher hatte ich einmal monatlich einen «warmen langen Tisch», aber der wurde kaum besucht. Der Geist des langen Tisches ist eben so ? und das ist gerade sein Erfolg ? dass es überhaupt keine Rolle spielt, ob der nun schwul ist, der da am Tisch sitzt....auf der andern Seite geniesse ich es natürlich als Lesbe, wenn viele Lesben und Schwule zum langen Tisch kommen, und ja, es hat schon was: Er wird einfach lustiger, farbiger, er hat mehr....Esprit.
Oft fühlen sich Gäste, die zum zweiten Mal kommen, wie zuhause, sodass sie automatisch mithelfen beim Abräumen, Kaffee Bringen, Abwaschen, Aufräumen. Das macht wirklich Spass, und ich bin natürlich auch total froh drum: Denn alle Personen, die am langen Tisch mithelfen, tun dies «ehrenamtlich», eben weil sie das Projekt gut finden. Einen Lohn kann ich nicht zahlen. Auch so gesehen freut es mich, wenn die schwullesbische Comunity den langen Tisch als Treffpunkt nutzt und gleichzeitig dadurch das Angebot für die Schwulen und Lesben der Umgebung mithilft am Leben zu erhalten.
In diesem Sinne freue ich mich, euch als meine Gäste am langen Tisch zu empfangen und danke euch herzlich für eure Treue.
August 2011, Sabrina Verna (40), Macherin und Köchin von «Der lange Tisch», www.derlangetisch.ch
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GayBasel.ch veröffentlicht in unregelmässigen Abständen die Gedanken von Exponenten und Exponentinnen der
Basler Szene. Aktivisten, Organisatoren und Kulturschaffende verlieren Worte über das lesbisch/schwule Basel,
die homosexuelle Welt, Politik, Liebe, Gott, Allah, Gesundheit oder auch nicht.
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Bisher hier geschrieben haben:
- Martin Diskomurder Aerni (24), DJ/Grafiker/Musiker
- Fabian Degen (35), Künstler und Mitarbeiter bei der Aids-Hilfe und dem Theater Basel
- Michael Bellgardt (47), Pressesprecher Theater Basel, Basel
- Yannick Müller (21), Mr.Gay Kandidat, Liestal
- Bettina Schelker (39), Musikerin/Schulleiterin, Basel
- Lukas «Pöschtler» Tobler (25), Basel
- Caspar Reimer (29), Journalist, Basel
- Tobias Brenk (30), Dramaturg, Basel
- Peter Thommen (60), Buchhändler, Basel
- Johannes Sieber (35), Kulturunternehmer, Basel
- Guillaume Daeppen (51), Galerist, Basel






