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…Lukas «Pöschtler» Tobler (25), Basel
«Ich besuche auch Bars, die nicht alle Sorten Gin im Angebot haben.»
Ein Thema was mich immer wieder beschäftigt, ist das Partyleben in Basel. Ich höre viel, dass es zu wenige Partys gibt, und wenn es welche gibt, diese gleichzeitig stattfinden. Man spricht von Organisatoren, die nicht miteinander sprechen und von einem Publikum, das nicht abgeht oder gar nicht kommt.
Für mich als damals 17 Jähriger, der seine Lehre in Basel absolvieren durfte, war schon nur der Umstand in eine 'Grossstadt' wie Basel zu ziehen ein Abenteuer. Mit den Erwartungen an eine Stadt, die pulsiert, die Partys 'en mas' anbietet und in welcher man jeden Tag in den Ausgang kann, zog ich nach Basel. Doch was ich vorfand, war nicht das, was ich erwartet habe. Das eben beschriebe Bild wurde nicht erfüllt. Mit der Zeit wich ich, wie viele Basler, für Ausgang und Szenenleben nach Zürich aus. Für mich war das noch eine Stufe grösser als Basel und ich freute mich immer riesig, Party zu machen. Aber dort zu Leben und zu Arbeiten stand für mich nie zur Diskussion.
Eine der wenigen Institutionen in Basel, die schon länger besteht und immer gut besucht ist, ist die ZischBar am Dienstag in der KaBar der Kaserne Basel. Schon kurz nach dem Zuzug nach Basel fing ich dort an zu arbeiten - und tue es noch heute.
Nun kam vor kurzem eine Dame, welche bereits etwas beschwipst war, zum mir an die Bar. Sie wollte unbedingt einen Gin haben, den wir nicht hatten. Zudem bemängelte Sie, dass die Musik schrecklich sei. Im Gespräche stellte sich heraus, dass die Dame in Zürich lebt, aber in Basel arbeitet. Diese Diskussion hat mich zum Nachdenken angeregt: Haben wir es den tatsächlich so schlecht in Basel? Ist es wirklich schlimm, dass wir nicht jedes Wochenende eine Party haben? Nicht alle Sorten Gin anbieten?
Schlussendlich musste ich mir zugestehen, dass es in Basel doch nicht so schlecht ist wie oft gesagt wird. Ich habe erkannt, dass wenn man alles hat was man sich wünscht, man nur noch mehr will und schlimmer noch: davon ausgeht, dass es überall so sein muss. Ich gehe daher lieber ab und zu nach Zürich in den Ausgang (sofern natürlich nichts in Basel läuft) und freue mich jedes Mal auf tolle Partys und Drinks, als dass ich irgendwann nur noch Bars besuchen kann, die meinen Gin ausschenken und meine Musik spielen.
Februar 2011,
Lukas Tobler (25), Briefträger, Basel
www.zischbar.ch
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GayBasel.ch veröffentlicht in unregelmässigen Abständen die Gedanken von Exponenten und Exponentinnen der
Basler Szene. Aktivisten, Organisatoren und Kulturschaffende verlieren Worte über das lesbisch/schwule Basel,
die homosexuelle Welt, Politik, Liebe, Gott, Allah, Gesundheit oder auch nicht.
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Bisher hier geschrieben haben:
- Martin Diskomurder Aerni (24), DJ/Grafiker/Musiker
- Sabrina Verna (40), Veranstalterin von «Der lange Tisch»
- Fabian Degen (35), Künstler und Mitarbeiter bei der Aids-Hilfe und dem Theater Basel
- Michael Bellgardt (47), Pressesprecher Theater Basel, Basel
- Yannick Müller (21), Mr.Gay Kandidat, Liestal
- Bettina Schelker (39), Musikerin/Schulleiterin, Basel
- Caspar Reimer (29), Journalist, Basel
- Tobias Brenk (30), Dramaturg, Basel
- Peter Thommen (60), Buchhändler, Basel
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- Guillaume Daeppen (51), Galerist, Basel






